Mit dem Alegro das Weltrekord-Druckvolumen auffangen
Mit ihrem neuen Klebebinder Alegro von Müller Martini fängt Tschechiens grösste Bogenoffsetdruckerei Triangl Print nicht nur den hohen Output ihrer Druckmaschinen ab, sondern hat auch eine grosse Terminsicherheit bei der Auslieferung der zahlreichen zeitsensitiven Periodika.
Die Zahl ist beeindruckend: 6’656’400 gefertigte Exemplare zeigte Mitte Februar der Zähler auf dem Touchscreen des Ende letzten Sommers im Prager Werk in Betrieb genommenen und seither rund um die Uhr im 7/24-Modus laufenden Alegro an. Nicht zuletzt auch dank der markanten Reduzierung der Rüstzeiten verdoppelte Triangl Print seinen Output von Softcover-Produkten gegenüber dem Vorgängermodell eines anderen Herstellers. Die hohe Leistung ist der eine wichtige Vorteil, den der neue 7000-Takte-Klebebinder von Müller Martini dem grössten Bogenoffsetunternehmen Tschechiens bringt. Der zweite ist seine hohe Flexibilität. Denn der Alegro wird täglich bis zu 20 Mal umgestellt.
Triangl Print vertraut in seinen beiden Werken auch auf drei Sammelhefter von Müller Martini – in Prag auf einen Primera PRO (Bild), in Milovice auf zwei Primera.
600 Periodika-Titel
Als Partner von Verlagen und Katalogproduzenten ist die zu 70 Prozent für den Heimmarkt druckende Triangl Print tschechischer Marktführer für die Herstellung von Katalogen, Magazinen und Prospekten. Kerngeschäft ist der Druck von Periodika mit rund 600 verschiedenen Titeln und unterschiedlichen Formaten – nahezu ausschliesslich im Offset. Deren monatliche Gesamtauflage liegt bei nahezu 6 Millionen Exemplaren mit Auflagen von 1000 bis 300’000 und einem Durchschnitt von rund 10’000 pro Titel. Ein Drittel davon wird klebegebunden, die restlichen zwei Drittel sammelgeheftet. Zwar ist die Totalauflage leicht sinkend, die Zahl der Titel ist jedoch – nicht zuletzt dank der ungebrochenen Popularität von Special-Interest-Magazinen – stabil.
Erst in Druck, dann in Weiterverarbeitung investiert
Dass Triangl Print vor einem halben Jahr die umfangreiche Alegro-Linie mit Zusammentragmaschine 3694 mit 18 Stationen und Bogenkontrollsystem Asir PRO, Ausschleusweiche, Criss-Cross-Auslage, Hotmelt-Rücken- und -Seitenleimwerk, PUR-Buchrückendüse (somit kann Triangl neben Hotmelt auch auf äusserst einfache Art und Weise PUR verarbeiten), Trommelumschlaganleger, Book Data Center, Frontschnittaggregat FA 650, Dreischneider Solit PRO und Buchzählstapler CB 18 installiert hat, hat gemäss CEO Petr Kotýnek primär einen Grund. «Wir investierten in jüngster Zeit vor allem in neue und leistungsfähigere Druckmaschinen und bedrucken rund 16‘000 Tonnen Papier pro Jahr. Heidelberg attestierte uns, dass wir mit 86 Millionen Bogen pro Jahr auf einer Maschine den Weltrekord halten. Um das hohe Druckvolumen auffangen zu können, zogen wir in der Weiterverarbeitung nach. Denn die Zeitschienen für die Periodika-Produktion sind höchst sensitiv. Die Lieferzeiten müssen auf die Stunde genau eingehalten werden, damit die Magazine rechtzeitig in den Briefkästen der Abonnenten und bei den Kiosken landen.»

Der Dreischneider Solit PRO (rechts) sorgt für einen sauberen Schnitt, der CB 18 für ein perfektes Abstapeln der Produkte.
Die Maschinenführer miteinbezogen
Den Ausschlag für den ersten Müller Martini-Klebebinder in der 35-jährigen Firmengeschichte gaben nicht zuletzt die jahrelangen guten Erfahrungen bezüglich Effizienz mit drei Müller Martini-Sammelheftern. Im Triangl-Werk in Prag läuft ein Primera PRO, in Milovice zwei Primera.
Wichtig war für Petr Kotýnek jedoch auch, dass seine Maschinenführer in die Evaluation des neuen Klebebinders, die neben Besuchen in einigen anderen grafischen Unternehmen auch eine Demo im Print Finishing Center (PFC) in Zofingen umfasste, miteinbezogen wurden. «Heutzutage ist es nicht einfach, gute Fachleute zu finden. Deshalb ist es doppelt wichtig, die Mitarbeitenden bei Investitionen in neue Maschinen einzubinden. Und es freut mich umso mehr, dass sie mit den ersten Betriebsmonaten des Alegro genauso zufrieden sind wie ich», sagt der Firmenpatron.
Eishockey als Stahlbad für den Beruf
Um die moderne Technologie des neuen Klebebinders schnell in den Griff zu bekommen, besuchten zwei Triangl-Maschinenführer einen einwöchigen Trainingskurs im PFC. Dabei bekamen sie laut Petr Kotýnek nicht nur viele Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit, «sondern sie lernten auch – was ich als sehr wichtig erachte – viel über die Konstruktion und Wartung der Anlage.»
Für die Zukunft seines Unternehmens zeigt sich Petr Kotýnek, der die Firma 2010 von seinem Vater Antonio Kotýnek und dessen zwei Partnern – daher der Firmenname Triangl – übernommen hat, zuversichtlich. «Wir sind mit unserem Maschinenpark und unseren 160 Mitarbeitenden bestens aufgestellt. Klar ist der Markt hartumkämpft, aber da kommt mir meine langjährige Erfahrung als Profi-Eishockeyspieler entgegen. Im Eishockey braucht es eine gewisse Härte, die auch dem Berufsleben förderlich ist.»

Petr Kotýnek (CEO Triangl Print/rechts): «Es ist wichtig, die Mitarbeitenden bei Investitionen in neue Maschinen einzubinden.» Links Luboš Kunze (Geschäftsführer Müller Martini Tschechien).